AK Riots and Resistance

Moderator_innen: PD Dr. Ingo Schröder (schroedl(at)staff.uni-marburg.de) und Fatma Umul (fatmaumul(at)gmail.com)

Die Workshopreihe zum Thema “Riots” ist im Dezember 2013 entstanden. Einer der Anlässe zur Gründung der Reihe war, sich aus Perspektiven sozialer Bewegungsforschung mit einem Thema zu beschäftigen, das häufig aus Analysen in diesem Feld herausfällt. “Riot” ist ein relativ weit gefasster und mitunter schwammiger Begriff, der Ereignisse und Formen politischer Artikulation beschreibt, die nicht den klassischen Charakteristika der Interessenvertretung oder organisierten sozialen Bewegungen entsprechen. Medial werden “Riots” häufig, aber nicht nur, als Auftstände, Revolten, Jugendkrawalle oder gewalttätige Proteste verhandelt. Dabei wird ihnen zugeschrieben, spontan, unkoordiniert und unpolitisch zu sein. Diese dominante Interpretation in Frage zu stellen, “Riots” auf ihren politischen Gehalt zu untersuchen sowie methodische und theoretische Zugänge zu erschließen und weiterzudenken, sind wesentliche Ziele unserer Workshopreihe.

Forscher_innen und Aktivist_innen haben die Möglichkeit, auf den Workshops ihre eigenen wissenschaftlichen Arbeiten vorzustellen und diskutieren zu lassen. Waren die ersten beiden Workshops noch allgemein gehalten, so haben die darauf folgenden sich je auf ein Schwerpunkt-Thema konzentriert: „Riots and Resistance“, „Riots and Anarchy“, „Anarchism and Technê. Techniques and Technologies of Transformative Practices“. Im Verlauf der Reihe wurden bisher Forschungsprojekte mit vielen unterschiedlichen empirischen und theoretischen Bezügen besprochen: Von den Jugendaufständen in Pariser Vororten über Gefängnisrevolten in den USA bis zu „Food riots“ in Burkina Faso; von Process Tracing über Narrativanalysen bis zu geschichtswissenschaftlichen Zugängen.

Eine Publikation, die im Wesentlichen auf Präsentationen der ersten vier Workshops basiert, ist unter dem Arbeitstitel „Riots: Practices, Concepts, Explanations“ (Herausgeber: Ingo W. Schröder & Fatma Umul) in Kooperation mit Rowman & Littlefield in Vorbereitung.

Die Arbeitssprache der Workshopreihe ist Englisch; nach Absprache können Vorträge auf Deutsch oder Englisch gehalten werden.