Videoüberwachung von Versammlungen und Demonstrationen (ViDemo)

Projekttitel

Videoüberwachung von Versammlungen und Demonstrationen – Praxis und Wissensformen von Polizei und Protestierenden

Finanzierung

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Laufzeit

5/2014 – 4/2017

Projektleitung

Dr. Dr. Peter Ullrich

Zusammenfassung

Das Projekt ViDemo untersucht die Praxis der Video­überwachung politischer Versammlungen und Demonstrationen sowie deren Auswirkungen aus der Perspektive von Wissenssoziologie, surveillance studies, Polizei- und Protestforschung. Im Zentrum des Interesses stehen Wissensformen und Interaktionen von Beteiligten und Betroffenen (Polizei und Demonstrierende). Im Einzelnen untersucht werden: A) die Einsatzpraxis und Begründung von Videoüberwachung seitens der Polizei sowie die Auswirkungen auf Polizeiarbeit, Ermittlungen und Gerichtsverfahren, B) die Wahrnehmung der Überwachungsmaßnahmen durch Demonstrationsteilnehmer/innen und die Auswirkungen auf politische Partizipation (insbesondere Protestverhalten, -neigung und -legitimitätsempfinden, Demokratievertrauen, Internalisierung von Kontrolle) und C) die Interaktions- und Rückkopplungseffekte. Insbesondere wird im Anschluss an das Volkszählungsurteil des BVerfG gefragt, ob Videoüberwachung die Versammlungsfreiheit beeinträchtigt, indem sie von Protest abhält. In einem Grounded-Theory-Design werden verschiedene Erhebungsverfahren kombiniert. Grup­pendiskussionen mit politischen Aktivist/innen und der Polizei sowie ethnographische Beobachtungen ent­sprechender Events werden durch Expert/inneninterviews und Dokumentenanalysen ergänzt.

Project description in English

„Video surveillance of demonstrations and assemblies. Practice and knowledge of police and protestors.“

The research project ViDemo explores the practice of video surveillance by the police of political gatherings and demonstrations as well as its consequences from different perspectives: sociology of knowledge, surveillance studies, police and protest research. It investigates the forms of knowledge and interactions between police and demonstrators. More specifically, it focuses on: A) police practice, reasons for the deployment of cameras by the police and impact on police work, criminal investigations and juridical trials, B) the perception of surveillance measures by demonstrators and the impact on political participation (protest behaviour, likelihood to protest, legitimacy of protest, trust in democracy, internalisation of control), and C) interaction and feedback effects. The core question is if video surveillance is discouraging people to take up their right to protest. Several methods of collecting data (group discussions with activists and the police, ethnographic field studies, expert interviews, document analysis) are combined following the grounded theory methodology.

TU-Projektseite

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