Global, lokal und vernetzt – Soziale Bewegungen in Afrika

Neue Ausgabe des Forschungsjournals Soziale Bewegungen erschienen

FJSB_3_14_finalAnfang September 2014 ist die neue Ausgabe des Forschungsjournals Soziale Bewegungen erschienen. Sie widmet sich dem Thema „Global, lokal, vernetzt – Soziale Bewegungen in Afrika“. Der Heftschwerpunkt wird von unseren Gastwissenschaftlerinnen Melanie Müller und Bettina Engels herausgegeben. Die Beiträge im Forschungsjournal beschäftigen sich mit Globalisierung und Transnationalisierung sowie deren Effekten auf soziale Bewegungen in Afrika und den Reaktionen afrikanischer Bewegungen auf globale und soziale Fragen. Die Beiträge zeigen, dass globale Prozesse keineswegs „top down“ auf afrikanische Bewegungen wirken. Soziale Bewegungen, in Afrika wie anderswo, eignen sich (vermeintlich) globale Normen und Diskurse an, übersetzen und nutzen sie für ihre Zwecke oder rahmen ihre Forderungen strategisch, um die Unterstützung internationaler Organisationen, Nichtregierungsorganisationen oder transnationaler Aktivist_innen-Netzwerke zu gewinnen.

Transnationalisierung ist kein neues Phänomen für soziale Bewegungen in Afrika, wie Daniel Kaiser am Beispiel der Befreiungsbewegung FRELIMO zeigt. Für die kenianische Frauenbewegung stellt Antje Daniel fest, dass transnationale Normen unterschiedliche Referenzpunkte für soziale Bewegungen bieten, die diese für ihre Forderungen nutzen können. Die Beiträge von Bettina Engels (zu Burkina Faso) und Melanie Müller (zu Südafrika) zeigen, dass Konflikte trotz des Bezugs auf transnationale Themen jedoch in erster Linie zwischen Regierungen und sozialen Bewegungen auf nationaler Ebene ausgetragen werden. Den Einfluss internationaler Akteure und die Abhängigkeit von externer Finanzierung untersucht Frauke Banse am Beispiel der Arbeit der Friedrich-Ebert-Stiftung in Ghana und Benin. Anna Deutschmann vergleicht Studierendenbewegungen in Kenia und Mali. Sie zeigt, wie und warum Organisierung und Institutionalisierung der jeweiligen Bewegungen unterschiedlich verlaufen. Wie afrikanische Bewegungen und ihre Organisationen in globale Foren eingebunden sind, berichtet Louisa Prause in ihrem Beitrag zum Weltsozialforum 2013 in Tunis.

Vier zusätzliche Beiträge sind auf der Webseite des Forschungsjournals in der Kategorie FJSB plus verfügbar. Walter Eberlei antwortet dort auf einen Artikel von Bettina Engels und Nikolai Brandes und diskutiert die begriffliche Unterscheidung von Bewegungen und Zivilgesellschaft. Patrick Bond berichtet in seinem Beitrag „African Protests Rising“ über die Occupy-Bewegungen in Subsahara-Afrika. Kehinde Olusola Olayode untersucht den transnationalen Kontext von afrikanischen Demokratiebewegungen in seinem Artikel „Interrogating the Transnational Context of Democratic Movements in Africa“. Im „Pulsschlag“ des Hefts findet sich ein Interview mit dem kongolesischen Aktivisten Golden Misabiko, der im Interview mit Cathrin Klenck, das auch online nachgelesen werden kann, über die transnationale Vernetzung sozialer Bewegungen gegen Uranabbau berichtet. Der Film „Atomic Africa“, der die Aktivitäten von Misabiko rund um den Uran-Abbau porträtiert, wird zudem am 22. September um 17:45 Uhr bei der Konferenz „Technik und Protest“ an der TU Berlin gezeigt werden.

Die Idee für ein Themenheft zu Afrika entstand im Rahmen des Arbeitskreises „Soziale Bewegungen in Afrika“. Der Arbeitskreis beschäftigt sich mit der Analyse sozialer Bewegungen in Afrika und stellt dabei auch die Frage nach der Übertragbarkeit der Theorien sozialer Bewegungen und deren Nutzbarkeit für den afrikanischen Raum. Nach dem Workshop »Theorizing social movements: Challenges and contradictions in a contested field of Southern struggles and Northern theories«, der am 11. Juni 2014 in Bayreuth stattfand, wird der nächste Workshop „Globale Krisen – Lokale Konflikte? Soziale Bewegungen in Afrika“ im Rahmen der Afrika-Gespräche vom 5. bis 7. Dezember 2014 in Weingarten stattfinden. Das Programm ist bereits online und kann hier eingesehen werden, auch Anmeldungen werden bereits entgegen genommen.

Heftbestellungen sind auf der Webseite des Forschungsjournals möglich: http://www.forschungsjournal.de/bestellung

Das Titelbild des Forschungsjournals wurde von Nina Faber erstellt: http://www.faberdesign.de/

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